Crawling durch KI vs. Googlebot: Wie ChatGPT und Co. das Web durchsuchen
Christian Alber, M.Sc.
2 Min. Lesezeit
Neue Crawler im Web: GPTBot, PerplexityBot und Co.
Seit 2024 durchsuchen nicht mehr nur klassische Suchmaschinen-Bots das Web. KI-Unternehmen wie OpenAI (GPTBot), Perplexity (PerplexityBot), Anthropic (ClaudeBot) und Apple (Applebot-Extended) haben eigene Crawler im Einsatz, die Webinhalte für ihre KI-Modelle und Antwort-Engines sammeln. Für Website-Betreiber verändert das die Spielregeln grundlegend.
So funktioniert klassisches Google-Crawling
Der Googlebot folgt Links systematisch, rendert JavaScript, bewertet Inhalte und entscheidet über Indexierung. Der Nutzer profitiert, indem er bei Google sucht und auf Ihr Ergebnis klickt. Der Deal: Google zeigt Ihren Content in den Suchergebnissen, und Sie erhalten Traffic im Gegenzug. Das Crawl-Budget wird intelligent verteilt, häufig aktualisierte Seiten werden öfter gecrawlt.
Wie KI-Crawler das Web durchsuchen
KI-Crawler haben ein anderes Ziel: Sie sammeln Inhalte, um sie in den Antworten der KI-Modelle zu verwenden. Die Unterschiede zum Googlebot:
- Ziel: Training oder Retrieval-Augmented Generation (RAG) statt Indexierung für Suchergebnisse
- Traffic-Rückfluss: Gering bis nicht vorhanden. Die KI fasst Ihre Inhalte zusammen, der Nutzer bekommt die Antwort direkt, ohne Ihre Website zu besuchen.
- Crawl-Verhalten: Aggressiver, weniger Rücksicht auf Crawl-Budget oder Server-Last bei einigen Bots
- Transparenz: Nicht alle KI-Crawler identifizieren sich korrekt im User-Agent
- Rechtslage: Urheberrechtlich umstritten, besonders beim Training von Modellen mit geschützten Inhalten
robots.txt: Kontrolle über KI-Crawler
Die meisten KI-Crawler respektieren robots.txt. Sie können gezielt einzelne Bots blockieren:
Die Entscheidung, ob Sie KI-Crawler zulassen, hängt von Ihrer Strategie ab: Wollen Sie in KI-Antworten zitiert werden (GEO-Strategie), oder schützen Sie Ihre Inhalte vor Verwertung ohne Gegenleistung?
Auswirkungen auf SEO und Content-Strategie
- Doppelte Optimierung: Websites müssen künftig sowohl für Google (klassisches SEO) als auch für KI-Systeme (GEO) optimieren
- Zitierfähigkeit: KI-Systeme bevorzugen Inhalte mit klaren Aussagen, Quellenangaben und strukturierten Daten
- Monitoring: Server-Logs regelmäßig auf unbekannte Bots prüfen
- Structured Data: Schema.org-Markup hilft sowohl Google als auch KI-Crawlern, Inhalte korrekt zu interpretieren
Empfehlung: Strategisch entscheiden
Für die meisten Unternehmen empfiehlt sich ein Mittelweg: KI-Crawler für öffentliche, marketingrelevante Inhalte zulassen (um in KI-Antworten aufzutauchen), aber Premium-Content, Studien und geschützte Inhalte per robots.txt blockieren. So nutzen Sie GEO als Sichtbarkeitskanal, ohne Ihre wertvollsten Assets kostenlos zur Verfügung zu stellen.
Autor
Christian Alber, M.Sc.Gründer, Online-Marketing-Berater & Trainer – Alber Marketing e.K.
Trainer für SEO, GEO und KI-Marketing. 14 Jahre Online-Marketing-Erfahrung, 114 Seminare, rund 220 betreute Kunden – auf Deutsch und Englisch.
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